„Meine Kunden sind doch gar nicht auf Social Media.“ Das ist der Satz, den man als Kaufmann am häufigsten hört – und er ist einer der teuersten Irrtümer im Marketing. Denn Ihre Kunden sind längst dort. Die Frage ist nur, auf welcher Plattform welcher Teil von ihnen sitzt. Und genau das ist der Schlüssel: Instagram und Facebook erreichen nicht dieselben Menschen. Sie erreichen die beiden Hälften Ihrer Kundschaft.
Wer das versteht, hört auf, planlos zu posten, und fängt an, gezielt zu arbeiten: Facebook für die treue Stammkundschaft, Instagram für die nächste Generation. In diesem Artikel lesen Sie, welche Plattform wen erreicht, was Sie wo posten sollten – und am Ende finden Sie einen fertigen Beispiel-Beitrag, einmal für Facebook und einmal für Instagram, damit der Unterschied sofort greifbar wird.
Der größte Irrtum: „Meine Kunden sind nicht auf Social Media“
Schauen wir zuerst auf die Zahlen, denn sie räumen mit dem Vorurteil auf. Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2025 bereits 59 Prozent der 16- bis 74-Jährigen in Deutschland soziale Medien – 2021 waren es erst 47 Prozent. Der Trend zeigt klar nach oben, und er erfasst längst nicht mehr nur die Jungen: Gerade die über 50-Jährigen kommen in wachsender Zahl dazu.
Besonders auf Facebook. Die Plattform gilt vielen als „alt“ – und genau das ist ihr Vorteil für einen Supermarkt. Rund ein Sechstel der Facebook-Nutzer ist 55 Jahre oder älter, und die Generation X (die heute 45- bis 58-Jährigen) ist dort besonders stark vertreten. Das sind exakt die Menschen, die Ihren Markt seit Jahren tragen. Instagram wiederum ist unter den 14- bis 29-Jährigen das meistgenutzte Netzwerk überhaupt – die Familien und jungen Kunden von morgen.
Die Wahrheit ist also nicht „meine Kunden sind nicht da“. Die Wahrheit ist: Ihre älteren Stammkunden sind auf Facebook, Ihre jüngeren auf Instagram. Wer beide bespielt, erreicht seine gesamte Kundschaft.
Facebook: der Kanal für Ihre Stammkundschaft
Facebook ist für einen Supermarkt der Kanal der Bestandskunden. Hier sitzt die treue, ältere Stammkundschaft, die regelmäßig kommt und den Kern Ihres Umsatzes ausmacht. Und diese Gruppe nutzt Facebook nicht nebenbei, sondern verankert im Alltag – zum Informieren, für lokale Gruppen, für das, was in der Region passiert.
Genau deshalb ist Facebook der ideale Kanal, um die Funktion des wegfallenden Prospekts zu übernehmen: der verlässliche, wöchentliche Angebotskanal. Ihre Aktionen, das regionale Angebot der Woche, die neue Frischetheke, Öffnungszeiten an Feiertagen – all das erreicht auf Facebook genau die Menschen, die es interessiert, und taucht in ihrem Feed auf, ohne dass sie danach suchen müssen. Dazu kommen lokale Facebook-Gruppen und Veranstaltungshinweise, über die sich Ihr Markt als fester Teil des Ortes zeigt. Facebook hält, was Sie schon haben.
Instagram: der Kanal für die nächste Generation
Instagram spielt eine andere Rolle. Hier erreichen Sie die jüngere Zielgruppe: junge Familien, Berufstätige, Neuzugezogene – die Menschen, die entscheiden, welcher Supermarkt in den nächsten Jahren „ihrer“ wird. Das ist der Kanal für Wachstum und Markenaufbau.
Auf Instagram zählt weniger das nüchterne Angebot als das Erlebnis. Kurze Reels aus dem Markt, ein Blick hinter die Kulissen, das Team, die Herkunft der Ware, ein Rezept mit Produkten aus Ihrem Sortiment, ein Gewinnspiel, das zum Mitmachen einlädt. Hier bauen Sie das Bild auf, das einen jungen Menschen zum ersten Mal in Ihren Markt bringt – und ihn danach bindet. Instagram gewinnt, was Sie noch nicht haben.
Warum Sie beide zusammen brauchen
Der Fehler wäre, sich für eine Plattform zu entscheiden. Facebook und Instagram gehören beide zu Meta – sie lassen sich gemeinsam planen, gemeinsam ausspielen und aus einem Werbekonto heraus steuern. Der Aufwand verdoppelt sich also nicht, wenn man es richtig aufsetzt. Was sich verdoppelt, ist die Reichweite über die Altersgruppen hinweg.
Denn Ihre Kundschaft ist kein einheitlicher Block. Sie besteht aus der älteren Hälfte, die Sie halten müssen, und der jüngeren, die Sie gewinnen müssen. Facebook deckt die eine ab, Instagram die andere. Nur beide zusammen bilden Ihre komplette Region ab – und genau das ist das Ziel: gesehen werden von allen, die bei Ihnen einkaufen könnten.
Welche Plattform zuerst? Das hängt von Ihrem Markt ab
Wenn die Mittel am Anfang begrenzt sind, entscheidet der Typ Ihres Marktes über die Priorität. Ein ländlicher Markt oder einer mit überwiegend älterer Stammkundschaft startet am besten mit Facebook – dort sitzt die vorhandene Kundschaft, und die Reichweite in die umliegenden Orte ist am größten. Ein städtischer Markt mit junger, wechselfreudiger Kundschaft legt den Schwerpunkt eher auf Instagram, weil hier über Aufmerksamkeit und Image gewonnen wird. Die meisten Märkte fahren am besten mit beidem parallel: Facebook als verlässlicher Angebots- und Bindungskanal für den Bestand, Instagram als Wachstums- und Markenkanal für die Zukunft.
Was Sie posten – und was nicht
Egal auf welcher Plattform gilt eine Grundregel: Es geht nicht um einzelne, zufällige Posts, sondern um ein System. Der Effekt entsteht durch Regelmäßigkeit – so wie der Prospekt jede Woche kam. Drei Prinzipien tragen dabei jeden guten Supermarkt-Kanal:
- Impuls statt Suche. Ihre Angebote und Neuigkeiten sollen im Feed auftauchen, ohne dass jemand danach sucht. Das ist der Unterschied zu einer App, die niemand öffnet.
- Menschen statt Logo. Zeigen Sie Ihr Gesicht, Ihr Team, Ihre Region. Menschen kaufen von Menschen, nicht von Konzernen – und das ist der eine Vorteil, den kein Discounter kopieren kann.
- Dranbleiben bis zur Schwelle. Spürbar wird der Effekt, wenn Sie einen relevanten Teil Ihrer Stammkunden regelmäßig erreichen – als Faustregel rund 30 Prozent. Wer zu früh aufhört, hört genau vor dem Punkt auf, an dem es sich rechnet.
Beispiel-Beitrag: dieselbe Idee, zwei Plattformen
Damit der Unterschied greifbar wird, hier ein und dasselbe Thema – das regionale Grillfleisch am Wochenende – einmal für Facebook und einmal für Instagram aufbereitet. Facebook-Version (mehr Text, angebotsnah, für die Stammkundschaft):
🔥 Wochenend-Tipp aus Ihrem [Marktname]! Bei uns startet die Grillsaison – und zwar mit Fleisch aus der Region. Unser Nackensteak und die hausgemachten Bratwürste kommen diese Woche direkt vom [Metzger/Hof aus dem Ort] und sind ab Freitag frisch an der Theke. 👉 Nur bis Samstag: 1 kg Nackensteak für [X,XX €]. Schauen Sie vorbei – unser Thekenteam berät Sie gern, welches Stück zu Ihrem Grillabend passt. Wir freuen uns auf Sie! 📍 [Adresse] · Öffnungszeiten: [Zeiten]
Instagram-Version (visuell, kürzer, für die jüngere Zielgruppe – als Reel-Caption):
Grillsaison ist eröffnet 🔥 Regionales Nackensteak, frisch von [Hof/Metzger] – schaut, wie's aussieht 👀 Speichert den Beitrag für euren nächsten Grillabend 🙌 #grillen #[Ortsname] #regional #ausunsererregion #wochenende
Dieselbe Botschaft, zwei Sprachen: Auf Facebook das klare Angebot mit Preis und Service für die, die planen. Auf Instagram das Erlebnis, das Bild, der Impuls für die, die scrollen. Genau so nutzt man beide Plattformen richtig.
Beide Plattformen als System bespielen
Wir setzen Facebook und Instagram für Ihren Markt gemeinsam auf – die eine Hälfte Ihrer Kundschaft halten, die andere gewinnen. Lass uns über Ihren Standort sprechen.
Kostenloses ErstgesprächFazit
Instagram und Facebook als Supermarkt zu nutzen heißt nicht, überall irgendwie präsent zu sein, sondern zu wissen, wer wo sitzt. Facebook hält Ihre Stammkundschaft und übernimmt die Rolle des wöchentlichen Angebotskanals. Instagram gewinnt die nächste Generation und baut das Bild Ihres Marktes auf. Zusammen bilden sie Ihre gesamte Region ab – die eine Hälfte, die Sie halten, und die andere, die Sie gewinnen. Wer beide Plattformen als System bespielt, mit Regelmäßigkeit, Gesicht und lokalem Bezug, macht aus „meine Kunden sind nicht auf Social Media“ das Gegenteil: einen Markt, der in seiner Region überall sichtbar ist.
Quellen
- Statistisches Bundesamt / ZDFheute, Social-Media-Nutzung in Deutschland 2025
- ARD/ZDF-Onlinestudie 2025 (Plattformnutzung nach Altersgruppen)
- Statista / Branchenberichte 2025/2026 (Nutzerzahlen und Altersverteilung Facebook, Instagram)
Häufige Fragen
Welche Plattform ist für einen Supermarkt wichtiger – Facebook oder Instagram?+
Beide, aber für unterschiedliche Ziele. Facebook erreicht die ältere Stammkundschaft und eignet sich als Angebotskanal; Instagram erreicht jüngere Kunden und baut die Marke auf. Bei begrenzten Mitteln entscheidet der Markttyp über die Priorität.
Erreiche ich über Facebook wirklich meine älteren Stammkunden?+
Ja. Gerade die über 50-Jährigen nutzen Facebook stark und kommen weiter dazu. Rund ein Sechstel der Facebook-Nutzer ist 55 oder älter – genau die Kundschaft, die einen Supermarkt trägt.
Lohnt sich Instagram, wenn meine Kundschaft eher älter ist?+
Für Wachstum ja. Über Instagram gewinnen Sie junge Familien und Neuzugezogene – die Kunden von morgen. Selbst bei älterer Bestandskundschaft sichert Instagram die Zukunft Ihres Marktes.
Muss ich für Facebook und Instagram doppelt so viel Aufwand betreiben?+
Nein, wenn man es richtig aufsetzt. Beide gehören zu Meta und lassen sich gemeinsam planen und steuern. Wichtig ist nur, die Inhalte an die jeweilige Plattform anzupassen, statt sie identisch zu kopieren.
Wie oft sollte ein Supermarkt posten?+
Entscheidend ist Regelmäßigkeit, nicht Menge. So wie der Prospekt verlässlich jede Woche kam, sollte auch Ihr Kanal einen festen Rhythmus haben – das hält Sie im Kopf und baut die Reichweite kontinuierlich auf.





